Presse

Wochenanzeiger Oberhausen, 30.10.2004

Großmeister zu Gast

Großmeister Higa zum ersten Mal in Deutschland. Rainer Schmäring, Leiter des Zendo Oberhausen (Verein für traditionelle Kampfkunst, links) gewann jetzt den Großmeister und World Technical Director der Okinawa Shorin Ryu Kyudokan Karate Do Association Oscar Massato Higa (9.Dan) für ein Seminar in Deutschland. Viele Schüler, darunter auch Heike Oprach (rechts), freuten sich in der letzten Woche über den Besuch des Großmeisters im Zendo Oberhausen e.V. Im Anschluss folgte ein viertägiges Seminar, das alle Teilnehmer begeisterte.

Infos zum Thema Karate Do, Tai Chi und  Qi Gong als ganzheitliches Gesundheitstraining unter Tel.: 76 64 17

WAZ Oberhausen, 26.10.2004

Sechs Jahre ist es her, seit Rainer Schmäring, Leiter des Zendo Oberhausen (Verein für traditionelle Kampfkunst), auf der Suche nach den Wurzeln des Karate Do, mehrere Monate auf der japanischen Insel Okinawa verbrachte und im Dojo der Familie Higa aufgenommen wurde.

Nach vielen weiteren Reisen zur Familie Higa, konnte Schmäring jetzt den 60-jährigen Großmeister und World Technical Director der Okinawa Shorinryu Kyudokan Karate Do Association Oscar Masato Higa (9.Dan) für ein Seminar in Deutschland gewinnen.

Infos zum Thema Karate Do, Tai Chi und  Qi Gong als ganzheitliches Gesundheitstraining unter Tel.: 76 64 17

Viele Schüler freuten sich über den Besuch des Großmeisters. Auch für das nächste Jahr ist ein Seminar mit ihm geplant.

Wochenanzeiger Oberhausen, Oktober 2003

Traditionelles Okinawa -Karate

Ganzheitliches Gesundheitssystem - Kunst steht statt Kampf im Mittelpunkt

Oberhausen. Seit 1995 besteht der Okinawa-Zendo - Verein für traditionelle Kampfkunst in Oberhausen. Unter der Leitung des 35-jährigen Heilpraktikers Rainer Schmäring können Kinder, Jugendliche und Erwachsene traditionelles Karate Do und Tai Chi Chuan als ganzheitliches Gesundheitssystem kennenlernen.

Nach mehreren, teilweise monatelangen Aufenthalten von Rainer Schmäring (4.Schwarzgurt) auf der japanischen Ursprungsinsel wurden er und seine Schülerin dorthin eingeladen. Die beiden reisten zehn Tage vor Meisterschaftsbeginn an, um sich in subtropischem Klima täglich zweimal einer intensiven Prüfung ihrer Kenntnisse zu unterziehen. Im Anschluss an dieses schweißtreibende Training bestand Heike Oprach ihre Prüfung zum 1.Dan (Schwarzgurt) und erreichte am folgenden Tag als einzige Nichtasiatin das Semifinale in der Kata (Traditioneller Formlauf).

Auf ihrer 14-tägigen Reise, empfanden die beiden, neben der Teilnahme an der WM, den intensiven Kontakt und kulturellen Austausch mit der Familie des Kampfkunstgroßmeisters Minoru Higa als ein riesiges Geschenk.

Traditionelles Karate Do (der Weg der leeren/unbewaffneten Hand) als ganzheitliches Gesundheitssystem - das ist Karatekunst anstelle von Karatekampf, das Erlernen der Fertigkeit der Selbstverteidigung betrachtet Schmäring als einen (angenehmen) Nebeneffekt. 

Karate - wer denkt da nicht an Menschen in weißen Anzügen, die Dachziegel zertrümmern und dabei unartikulierte Laute ausstoßen? Doch das ist ungefähr so, als wenn man von einem spannenden, hochklassigen Fußballspiel immer nur den Spieler sieht, der die Eckbälle tritt. Karate Do verbessert Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Gleichzeitig schult die geistige Beanspruchung die Konzentration und Koordination und stärkt das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.

Gerade für Kinder ist traditionelles Karate Do eine ideale Methode, um auf spielerische Art Selbstdisziplin und verantwortungsbewusstes Verhalten zum Partner zu lernen. Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen werden gestärkt. Auf dieser Basis wächst die Fähigkeit der Kinder zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung in "Grenzsituationen".

Der Okinawa-Zendo-Verein unterrichtet auch Tai Chi Chuan. Dies ist ein altes chinesisches System zur Aktivierung und Harmonisierung der Lebensenergie (Chi). Das Charakteristische sind langsame, harmonisch ineinanderfließende Bewegungen. Die regelmäßige Ausübung stärkt die körperliche Konstitution, fördert die Sensibilität für den Bewegungsapparat und führt zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit.

Die Entwicklung von Kraft und Gefühl bilden eine solide Basis für Gesundheit und Wohlbefinden. Leichte Gymnastik, Übungen zur Koordination von Atmung und Bewegung und meditative Elemente ergänzen das Erlernen der klassischen Tai Chi Bewegungen. Durch die natürliche Aufrichtung und Ausrichtung der Wirbelsäule und des gesamten Bewegungsapparates eignet sich Tai Chi Chuan besonders für Menschen, die unter Schmerzen im Rücken oder Gelenkschmerzen (egal ob rheumatisch, degenerativ oder muskulär bedingt) leiden. Bis ins hohe Alter bietet Tai Chi Chuan einen idealen Einstieg in die Prinzipien der Kampfkunst.

NRZ, Oberhausen, 23.09.2003

Weg der unbewaffneten Hand

KARATE / Im Verein für traditionelle Kampfkunst - Okinawa Zendo - ist nicht Siegen und Weiterkommen das Ziel, sondern die Erhaltung ursprünglicher Traditionen.

"Harmonie ist das Ziel des Karate-Do. Wie kann ich in Harmonie mit anderen leben, wenn ich nicht in Harmonie zu mir selbst stehe? Karate-Do ist ein Weg zur Harmonie." Dieses Zitat des japanischen Karatekämpfers Sensei Higa hat sich Rainer Schmäring auf die Fahne geschrieben, nachdem er 1995 den Verein für traditionelle Kampfkunst - Okinawa Zendo - in Oberhausen gründete. Dort steht nicht der sportliche Wettkampf im Vordergrund, sondern ausschließlich der gesundheitliche Aspekt asiatischer Kampfkunst, sowie die Erhaltung der Tradition des ursprünglichen Okinawa-Karate-Do und des Tai Chi Chuan.

Kampfkunst ist Meditation in Bewegung.

"Karate-Do bedeutet, der Weg der leeren oder unbewaffneten Hand", erklärt Rainer Schmäring. Normalerweise würde Karate immer mit Menschen in Verbindung gebracht, die Dachziegel zertrümmern und unartikulierte Laute ausstoßen. Doch Karate sei viel mehr. Zum einen verbessere es die Beweglichkeit und Ausdauer, die Kraft und die Schnelligkeit, zum anderen schule es die Konzentration und Koordination. Außerdem stärke es Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. "Kampfkunst ist als eine Art der Meditation in Bewegung zu verstehen, unabhängig davon, ob diese langsam und leicht wie beim Tai Chi, oder schnell und kraftvoll wie beim Karate ausgeführt wird." Und genau hier setzt der 35-Jährige in seinen Kursen an: Die Hauptmotivation des Kampfsportes - Siegen und Weiterkommen - tritt vollständig in den Hintergrund, die Harmonie der Bewegung dagegen in den Vordergrund.

Doch auch in Schmärings Kursen gilt: Ohne Fleiß kein Preis - und natürlich werden auch Gurtprüfungen abgenommen. Paarweise oder einzeln wird trainiert. Das oberste Prinzip dabei sei aber, den Partner schützen und nicht verletzen. Denn Karate bedeute in erster Linie, Verantwortung für den Partner zu übernehmen.

Vor kurzem nahm Schmäring, Träger des vierten Dans (Schwarzgurt), mit seiner Schülerin Heike Oprach an der traditionellen Karate-Weltmeisterschaft auf Okinawa teil. Die 36-Jährige legte dort ihre Prüfung zum ersten Dan ab und erreichte als einzige Nichtasiatin das Semifinale in der sogenannten Kata, dem traditionellen Formlauf.
WAZ, Oberhausen, 20.09.2003

Mit "Hau-drauf"-Karate hat Rainer nichts am Hut

Oberhausener vermittelt den Shorinryu -Stil weiter

Von Christian Duyf

Rainer Schmäring ist so etwas, was man als einen Experten im Karate bezeichnen könnte. Den vierten Dan, einen hohen Meistergrad in der asiatischen Kampfkunst, hat er sich bereits erarbeitet. Trotzdem kann der 35-Jährige mit einem Eastern im Fernsehen nur wenig anfangen. Hau-Drauf-Karate ist die Sache Rainer Schmärings nicht.  

Der Leiter der Schule für traditionelle Kampfkunst "Okinawa Zendo", die im Gymnastikraum der Luisenschule Kurse abhält, mag es eher traditionell. Und die Ursprünge dessen, was heute in Europa als Karate bekannt ist, hat mit dem landauf und landab praktizierten Wettkampf-Sport nur wenig zu tun. Schmäring hat sich dem Shorinryu-Stil im Karate-Do verschrieben und der setzt mehr auf die Formenlehre des Karate, denn auf den Wettkampf. "Sich auf die Nase hauen ist mehr die westliche Art", sagt Schmäring.

Dennoch, ganz auf den sportlichen Vergleich verzichten, das wollen auch die Anhänger des Shorinyu nicht. Und so treffen sie sich alle vier Jahre auf der japanischen Insel Okinawa zur Weltmeisterschaft. Dort wo der Shorinyu zu Hause ist.  

Der Titel WM ist freilich irreführend. Denn vornehmlich bleiben die Japaner unter sich. Rainer Schmäring, ist trotzdem vom Shorinyu, was auf deutsch übersetzt kleine Waldschule  heißt, überzeugt: "Den Sport nicht als Wettkampf auszuüben, empfinde ich als gesund. Der Shorinryu Kyudokan (Shaolin Stil) spricht sowohl Körper als auch Geist an."

Als einer von wenigen Nicht-Japanern war er daher auf Okinawa vom 16. bis zum 19. August dabei - auf Einladung seines Großmeisters Minoru Higa, den er 1997 bei einer Reise nach Okinawa kennengelernt hatte.  

Eine WM in einer Sportart, die nicht auf den direkten Vergleich der Konkurrenten setzt wie soll das funktionieren? Eine Frage, die Schmäring strahlen lässt. Auch er ist sich des Widerspruchs bewusst, hat allerdings eine Erklärung gefunden: "Man muss das als Kampf gegen sich selbst begreifen." Zumal die WM so ganz ohne sportlichen Vergleich dann doch nicht auskommt: Kampfrichter bewerten die Leistungen der Athleten in der Kata, was einem traditionellen Formenlauf entspricht, in dem die Aktiven die Bewegungen des Karate ausführen, nur eben ohne Gegner. "Am ehesten kann man das vielleicht mit einer Kür beim Eiskunstlauf bewerten. Es kommt auf den Gesamt-Ausdruck an", so Schmäring. Für höhere Weihen reichen die Leistungen Schmärings bei der WM freilich nicht, vierter Schwarzgurt hin oder her. "Die Japaner  sind da einfach nicht zu schlagen", sagt Schmäring.

Trotzdem, so ganz kann Schmäring seinen Stolz nicht verbergen, als er von seiner Schülerin Heike Oprach berichtet, die ihn nach Okinawa begleitet hat. Diese nämlich hat sich als einzige Nicht-Asiatin für den Kreis der besten Zwölf qualifiziert, in einem knapp 100 Frauen starken Teilnehmerfeld. "Da hat sich bezahlt gemacht, dass wir uns bereits zehn Tage vor der WM an die 34 Grad und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit in Okinawa gewöhnt und zwei Mal täglich trainiert haben", freut sich Schmäring.

Ob er noch einmal an der Weltmeisterschaft teilnehmen will, diese Frage beantwortet Schmäring trotz mangelnder Sieges-Perspektive eindeutig: "Auf jeden Fall und am besten mit einer noch größeren Gruppe."

Eine Einladung hat der Leiter der Oberhausener Kampfschule bereits erhalten. Doch bis es so weit ist, müssen die Schüler noch viel über den Shorinyu-Stil lernen. Ohne Training geht es eben auch in einer Kampfsportart nicht, die ohne Gegner auskommt.